Warum Digitalisierung mehr ist als KI mit Nikolaus Forgó
Shownotes
Künstliche Intelligenz ist derzeit das dominierende Thema in der Rechtsbranche. Doch wer die Zukunft der Anwaltei verstehen möchte, muss den Blick weiter fassen.
Genau darüber spreche ich in dieser Podcastfolge mit Nikolaus Forgó, Leiter des Departments für Innovation und Digitalisierung im Recht an der Universität Wien und einer der führenden Experten für Digitalisierung, Datenrecht und Künstliche Intelligenz.
Gemeinsam sprechen wir darüber, welche Entwicklungen Rechtsanwält:innen in den kommenden Jahren erwarten und warum Digitalisierung weit mehr bedeutet als der Einsatz einzelner KI-Tools.
Wir sprechen unter anderem darüber,
- warum KI nur ein Teil der Digitalisierung ist und welche weiteren Entwicklungen die Rechtsbranche prägen
- welche Auswirkungen der AI Act und weitere europäische Regulierungen auf die anwaltliche Praxis haben
- weshalb sich Rechtsanwält:innen aktiv mit technologischen Entwicklungen auseinandersetzen sollten
- wie Digitalisierung die juristische Ausbildung und den Kanzleialltag nachhaltig verändert
- welche Kompetenzen künftig neben der juristischen Fachkompetenz immer wichtiger werden
- warum Neugier, Offenheit und lebenslanges Lernen entscheidende Erfolgsfaktoren für die Zukunft der Anwaltei sind
Besonders spannend fand ich den Blick darauf, dass Digitalisierung kein kurzfristiger Trend ist, sondern den Anwaltsberuf langfristig verändern wird. Wer diese Entwicklungen versteht und aktiv mitgestaltet, schafft die Grundlage für eine zukunftsfähige Kanzlei.
Eine Folge für alle Rechtsanwält:innen, die die Chancen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz besser verstehen und ihre Kanzlei erfolgreich auf die Zukunft vorbereiten möchten.
Wie zukunftsfähig ist Deine Kanzlei? Mit unserer Potenzialanalyse identifizieren wir gemeinsam ungenutzte Chancen in den Bereichen Positionierung, Marketing, Prozesse und Kanzleientwicklung. Vereinbare gerne ein unverbindliches Erstgespräch. Wir zeigen Dir, wo das größte Potenzial für Deine Kanzlei liegt.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn ich beobachte, wie meine achtzehnjährigen Studierenden mit LNMs umgehen dann ist das schon anders als ihre zwanzigjährigen Kolleginnen und Kollegen.
00:00:07: Und erst recht anders als Ihre dreißigjährige Kolleginnen und Kollegin.
00:00:12: Willkommen zurück bei Labriner!
00:00:14: Schön dass du auch heute wieder mit dabei bist.
00:00:16: Heute zu Gast.
00:00:17: Professor Nikolaus Vorgow erleitet das Department für Innovationen und Digitalisierung im Recht an der Universität Wien und zählt zu den führenden Experten für Digitalisierung und Immaterialgüterrecht.
00:00:29: Wir sprechen darüber, warum Digitalisierung weit mehr umfasst als KI welche Auswirkungen der AI-Akt und andere europäische Regulierungen auf.
00:00:38: Rechtsanwältinnen haben und welche Kompetenzen Juristen und Jurisenden künftig brauchen, um in einer zunehmend digitalen Welt erfolgreich zu bleiben.
00:00:47: Bevor es losgeht noch eine Bitte für den Weiterbestand des Podcasts sind gute Bewertungen unerlässlich – deswegen nimm dir bitte schnell eine Sekunde Zeit und bewertet dem Podcast auf deiner Streaming-Plattform!
00:01:00: Vielen herzlichen Dank und jetzt viel Spaß mit der Folge.
00:01:03: Herzlich willkommen!
00:01:04: Es freut mich wirklich sehr und es ehrt mich auch sehr, dass du heute da bist.
00:01:08: Schon der zweite Professor – sehr angesehener Professor – und danke, dass so gut gekommen bist.
00:01:14: Danke für die Anzahlung.
00:01:16: Du bist ja eigentlich viel mehr eine Profi als ich.
00:01:20: Also wie viele Folgen hast du bereits mit deinem Podcast aufgenommen?
00:01:23: Ich glaube, ich habe über
00:01:24: sechshunderte oder so ungefähr.
00:01:27: Wahnsinn!
00:01:28: Da kann ich ja noch was lernen.
00:01:32: Wie kommt es dazu dass ein Professor sagt hey ich mache jetzt einen Podcast und das schon ziemlich früh also quasi schon als Trendsetter
00:01:40: Also angefangen damit, mich mit so genannten damals noch vielleicht zu Recht so genanten neuen Medien in der Lehre zu beschäftigen.
00:01:46: Das ist jetzt habe ich vor dreißig Jahren oder so.
00:01:49: das ist also wirklich schon lange her und ich hab irgendwann in den Nullerjahren auch schon angefangen online Vorlesungen zu halten.
00:01:57: Also auch schon ziemlich lange her.
00:01:59: Damals war das alles noch ein bisschen so wilder, deutlich wilder als heute, auch technologisch deutlich wilde als heute Und habe halt dann das immer wieder betrieben, weil es mich fachlich interessiert hat und weil ich auch nach wie vor sehr daran glaube dass man auch solche Formen von Lehrangeboten auch an Präsenzuniversitäten für Studierende anbieten soll.
00:02:19: erstens.
00:02:19: Weil es bestimmte Studierenden gibt die man damit besser erreicht als mit Präseinsangebotem.
00:02:25: Also zum Beispiel Menschen die Behinderungen haben oder Menschen, die Soziophobien haben.
00:02:31: Oder auch einfach Menschen, wie Kinder haben und nicht jeden Tag von neun bis elf an der Uni sein können sondern sich aussuchen wollen.
00:02:37: Waren sie Vorlesungen besuchen?
00:02:40: Das sollte man auch erreichen.
00:02:41: Und deswegen habe ich das immer schon gemacht.
00:02:42: Es war ein Motiv, das zweite Motiv war dass ich mich technisch dafür immer interessiert hab.
00:02:46: Und dann war das so halt so eine Nebendinge daneben und dann kam Covid Und mit Covid sind dann alle anderen auch draufgekommen, dass es recht praktisch wäre wenn man die Studierenden auch erreicht.
00:02:56: Wenn so was passiert?
00:02:58: und da habe ich dann eben mit diesem Podcast relativ spontan begonnen zunächst aus einer gewissen Hilflosigkeit heraus weil halt wir alle in unseren Homeoffices saßen und irgendwie niemand mehr genau wusste was passiert ist.
00:03:13: und ich hatte damals ziemlich viele und auch heute noch aber damals auch ziemlich viele international Hintergrundhabende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
00:03:21: Und wir haben die ersten Folgen damit verbracht, uns wechselseitig darüber zu orientieren wie Covid sich in Italien oder in Argentinien oder Polen also in den Heimatländern meiner damaligen Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiter auswirkt.
00:03:36: Und von dort weg hat es sich dann entwickelt in Richtung ziemlich viel Covid recht weil mich das auch dann juristisch so interessiert begonnen hat und von dort weiter weg dann in Richtung halt immer noch in das, was ich eigentlich tue.
00:03:48: Also Digitalisierung.
00:03:50: Sehr spannend und sehr fleißig, dass man wirklich dran bleibt.
00:03:53: Ich glaube teilweise postest du ja an einem Tag mehr folgen?
00:03:56: Das kommt vor weil also ich habe ja das Schöne an mir, an meiner Situation im Vergleich zu deiner Situation ist.
00:04:02: bei mir ist es ein nice to have aber ich bin hier komplett selbstbestimmt in allem.
00:04:07: Das heißt ich muss mich nicht um... um irgendwelche Stundenpläne kümmern oder eine bestimmte Zahl an Instagram-Posts oder irgendwas sonst, sondern ich mach das einfach so wie es gerade in meinen Tag passt und wozu ich Spaß habe.
00:04:19: Und deswegen gibt's manchmal Wochen, wo ich auch mehr als eine Folge mache und dann gibts wieder Wochen, bei denen ich gar nix mache.
00:04:25: Und so ist es also grad so, wie es halt passt.
00:04:28: Was beschäftigt dich aktuell am meisten?
00:04:33: rechtlich, nehme ich an.
00:04:35: Kannst
00:04:35: du mal was anderes
00:04:36: sagen?
00:04:37: Rechtlich natürlich so wie jeden anderen der nicht bei drei auf den Bäumen ist alles was mit KI zu tun hat.
00:04:44: und da halt vor allem die zwei allei würde ich sagen das eine der drei allei dass eine sind die rechtliche Einordnung von KI als solche Dann die Implikationen von KI, insbesondere in der Medizin.
00:04:59: Und dann natürlich auch die Implicationen für Diobistische Arbeit und juristische Ausbildung.
00:05:03: Was sind da deine aktuellen Erkenntnisse?
00:05:07: Der Podcast hier richtet sich ja speziell an Rechtsanwältinnen und Rechtsanwalte.
00:05:13: wo würdest du sagen okay da beschäftigst du dich lange damit und da hat sich jetzt einiges getan oder siehst du gerade eine spannende Entwicklung?
00:05:22: Ich glaube, dass es auf der einen Seite ein ziemlicher Hype ist.
00:05:25: Also das er sehr stark oberhyped ist und ich bin alt genug um mich an ein paar ähnliche Hypes schon zu erwinnern auch fast ähnlicher Größe.
00:05:37: Obwohl es ein Hype is, ändert's aber glaube ich trotzdem einiges doch stärker als viele der anderen Trends die wir so in den letzten Jahren beobachtet haben.
00:05:46: Der Hype hat dazu geführt dass es halt rechtlich sehr schnell in Europa diverse Diskussionen gab, die dann auch erfolgreich waren in Bezug auf Rechtsgrundlagen.
00:05:56: Also insbesondere eben die KI-Verordnung oder den AI-Akt mit dem ich mich ziemlich intensiv beschäftige und von dem ich nach wie vor der Meinung bin dass das zwar gut gemeint ist aber das Gegenteil von Gut ist oft gut gemein.
00:06:09: Das ist ein Gesetz mit dem man recht wenig anfangen kann glaube ich Und mit ihm gemeinsam kommen dann ja noch ein paar ähnliche Rechtsakte, also der Data-Erkter, Data Governance Erkt.
00:06:20: Denis Zweirichtlinie und noch einige andere Rechtsgrundlagen die alle gemeinsam versuchen irgendwie dieses Monster KI und Digitalisierung rechtlich einzufangen.
00:06:31: und eine gute Nachricht für Leute wie mich ist Die Probleme gehen einem da nicht aus weil mit jedem neuen Rechtsakt und mit nochmal hundertzeiten mehr Normtext kann man natürlich noch mehr darüber diskutieren ob dieses oder jeneste Teil richtig ist.
00:06:46: Die grundsätzliche Diskussion, die mich eigentlich mehr interessiert, in Befehlens dieses Recht das wir da geschaffen haben überhaupt dazu geeignet ist soziales Verhalten zu steuern in einer Weise, die man in Europa haben möchte.
00:07:00: diese Diskussion interessiert mich sehr aber die wird im Alltag leider weniger oft geführt.
00:07:03: Ja dann diskutieren wir jetzt zurück!
00:07:06: Na ja, bin ich
00:07:08: sicher ob das jetzt so für die Zielgruppe so wichtig ist.
00:07:11: Aber ich kann schon sagen dass mindestens seit der DSGVO glaube ich in Europa sehr stark der Versuch unternommen wird mit hartem einheitlichem Recht also nicht Selbstregulierung oder relativ wenig Selbstregulation nicht einfach Marktbeobachtung nicht Vertrauen in Richterinnen und Richtern sondern zentrale harte Vorgaben.
00:07:32: Also mit diesem Ansatz versucht wurde eben diese Technologien die wesentlich nicht in Europa entstehen und auch nicht von Unternehmen, die in Europa sitzen, vertrieben werden diese Technologien irgendwie einzuhägen.
00:07:45: Und das hat eigentlich schon seit der TSGVO, finde ich frustrierend schlecht funktioniert.
00:07:51: Weil man sich daran erinnert dass Leute wie der Marc Scheimst, der ja aus dieser Stadt kommt, auch Juristis vor zwischen fünfzehn Jahren begonnen hat diese Diskussion zu führen Und wahnsinnig viel Erfolg habe ich bisher nicht so gesehen.
00:08:05: Dann kann man vielleicht an diesem Beispiel, weil Schrems hat eben begonnen fünf Jahre vor der DSGVO und es zehn Jahre nach der DSGAVO eigentlich noch immer dran, kann man dann diesen Beispiel vielleicht sehen dass wir damit dieser europäischen harten Regulierungsansatz mit diesem Ansatz vielleicht weniger gut dastehen als wir vor fünfzehn Jahren geauft
00:08:27: hätten.
00:08:28: Was?
00:08:29: Können wir tun?
00:08:31: oder was kannst du tun?
00:08:33: Oder was können die Juristinnen und Juristen in Österreich machen.
00:08:35: Coming, was machen?
00:08:36: gibt es irgendeine Idee von deiner Seite?
00:08:39: Das braucht ja immer eine Initiative.
00:08:42: Also das Wichtigste, was man tun kann ist dass man sich einigermaßen fachlich fit macht und mit diskutieren kann.
00:08:51: Dafür besteht glaube ich viel Anlass.
00:08:53: auch deswegen selbst wenn man sich für KI rechtlich gar nicht interessiert weil KI halt auch im Mietrecht oder auch keine Ahnung, im Baurecht Änderungen herbeiführen wird.
00:09:04: Man soll sich fachlich interessieren und beteiligen an der Diskussion.
00:09:08: Und man soll sich vor allem nicht darauf zurückziehen, man sei ja nur Juristin oder Nurjurist und man müsse da jetzt auf irgendetwas reagieren was irgendwie Gottesurteilartig auf uns herunter gefallen ist und eher in die Richtung gehen dass man eben recht aber auch Technologie auch sozial steuern kann dass diese Aufgabe haben Juristinnen und Juristen auch.
00:09:32: Da ziehen sie sich, finde ich häufig leider auf die Situation oder auf die Position zurück, dass sie sagen, das ist nicht mein Fachgebiet mehr.
00:09:40: Das interessiert mich nicht.
00:09:43: Aber das ist ein guter Appell an den Zuhörern, weil im Endeffekt sehe Dann, wie du gesagt hast Immobilienrecht oder wie auch immer.
00:09:53: Damit habe ich jetzt nicht so viel zu tun.
00:09:55: Ich mache keine Digitalisierung oder wie immer beschäftigt mich nicht mit DSGVOA.
00:09:59: beim Endeffekt ändert das ja jedes Rechtsgebiet weitläufig.
00:10:07: Ihr bietet es ja an der Uni den LLM in Medienrecht an.
00:10:13: Ist das sozusagen, ist da alles zusammengefasst oder komprimiert quasi was man braucht um sich mit diesem Thema?
00:10:20: Was ist das die Antwort quasi auf diese
00:10:22: Weiterbildung?
00:10:23: Ja also das ist eine Antwort, die gibt es irgendwie schon ziemlich lange.
00:10:25: Dieser Lehrgang wurde in der Jahr neunundneinzig gegründet und er ist älter als manche der Zuhörerinnen und Zuhörer hier Und der Anspruch hat sich eigentlich seither nicht so wesentlich verändert.
00:10:37: Also es geht auf der einen Seite darum Die Juristinnen und Juristen die da teilnehmen technisch und der Anführungszeichen fit zu machen, also sie in die Lage zu versetzen.
00:10:47: Die Technologien, die sie umgeben nicht nur eben passiv hinzunehmen und zu sagen ich käme mich da nicht aus und ich will damit auch nichts zu tun haben.
00:10:57: Und auf der anderen Seite auch darum dass die damit einhergehenden Rechtsfragen besser als man das aufgrund eines Grundstudiums kann beantworten zu können.
00:11:08: Das betrifft natürlich KI, aber es betrifgt weit mehr als nur KI.
00:11:12: Es geht eben wie du ja gesagt hast auch wesentlich um medienrechtliche Fragen da.
00:11:15: Aber es geht auch um Digitalisierung insgesamt und nicht nur um KI.
00:11:20: Was würdest du sagen wenn sich jetzt Rechtsanwälte in den Rechtsanwelten der Ganzstur hinstellen und sagen na ich will mich mit dem einfach weiter nicht beschäftigen?
00:11:30: Oder kannst du da irgendwas prognostizieren was da passiert oder überhaupt mit dem Markt passiert vor allem mit denen, die sich eben nicht so mit beschäftigen.
00:11:40: Also Juristinnen und Juristen sind häufig – und vor allem dann wenn sie älter werden und länger im Job sind – nicht besonders offen für Veränderungen.
00:11:49: Und zwar weder für technische noch für soziale Veränderung.
00:11:53: Also es liegt diesem Beruf irgendwie offenbar eine inherente konservative Grundstimmung zugrunde Wahrscheinlich auch damit zu tun hat, dass man halt ständig recht anwenden muss und recht eigentlich notwendigerweise immer auch rückwärts gebannt ist.
00:12:10: Man kann ja nie wirklich mit Recht steuern was in dreißig Jahren oder fünfzig Jahren passiert sondern man kann immer nur rückwert schauen und dann versuchen darauf korrigiert einzuggreifen.
00:12:19: also das ist sehr typisch für Juristinnen und Juristen.
00:12:26: Das ist nur, glaube ich, manchmal einfach nicht mehr möglich.
00:12:29: Und man sieht das... Also als ich begonnen habe vor vielen Jahren hab' ich die Geschwindigkeit mit der diese Veränderungen kommen würden deutlich überschätzt.
00:12:38: Ich hab damals also schon in den Neunzigerjahren gedacht so was wie eine lose Platzsamlung oder sowas wie eine Sammlung ausgedruckter Gesetzestexte würde sich in wenigen Jahren eigentlich erledigt haben.
00:12:53: Ich beobachte, dass es immer noch lose Platzhamlungen gibt und immer noch viel Geld verdient wird mit ausgedruckten Gesetzestexten.
00:13:00: aber ich glaube das sich trotzdem in den letzten dreißig Jahren da was verändert hat und das hat ganz stark auch mit der Generation zu tun.
00:13:08: also Menschen die heute zwanzig sind kennen keine Welt ohne Internet und kennen inzwischen auch keine Welt mehr, jedenfalls bewusst nicht.
00:13:17: Keine Welt mehr die nicht mit irgendwelchen LLMs ausgestattet ist.
00:13:21: also wenn ich beobachte wie meine achtzehnjährigen Studierenden mit LLMS umgehen dann ist das schon anders als ihre zwanzigjährigen Kolleginnen und Kollegen und erst recht anders als Ihre dreißigjährige Kolleginnen und Kolleginnen.
00:13:34: Es gibt so ein Spruch dass man jede Technologie da ist weil man auf der Welt Aber die hält man für selbstverständlich.
00:13:42: Und jede Technologie, die man mit fünfzehn Grad so als neuartiger lebt findet dann wahnsinnig faszinierend und will sich unbedingt annehmen und alles was über dreißig passiert, lehnt man ab weil es sozusagen die natürliche Ordnung stört.
00:13:55: So ähnlich ist das hier auch.
00:13:56: also ich würde aber das ist kein Naturgesetz.
00:13:59: man kann auch mit fünfzig und darüber sicher ein Grundinteresse an der Technologie bewahren und man kann sich vor allem dass es vielen Juristinnen da näher den Grundinteresse für die sozialen Verwerfungen und die soziale Veränderungen, die mit diesen Technologien einhergehen bewahren.
00:14:16: Und wenn man dann nicht nur ablehnt was die zwanzigjährigen tun sondern mal schaut ob sie vielleicht wirklich schneller sind wenn sie irgendwas einsetzen Dann hilft das auch Eltern das besser zu verkraften vielleicht oder besser einzuschätzen.
00:14:30: Lernt die Uni etwas aktuell von ihren Studierenden?
00:14:36: Also die Uni, das ist immer so ein großes Wort.
00:14:39: Ich glaube schon dass jede Professorin und jeder Professor das auch geworden ist weil man eben hier unter anderem das Riesenprivileg hat, dass man eben ständig mit jungen Leuten umgeben ist und wenn man Glück hat auch mit klugen jungen Leute umgeben is.
00:14:55: und deswegen glaube ich, dass wir schon alle individuell Veränderungsoffen sind und uns interessieren für die nächsten Generationen.
00:15:05: Als Institution ist die Uni Wien ein Riesentanker mit Zehntausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
00:15:12: Also ich weiß nicht, ob man über so eine Riesentalcker was Großes gemeinsam sagen kann, dass jede Uni dieser Welt sowie jedes Unternehmen dieser Welt und jede Regierung dieser Welt momentan kaum ein anderes Thema kennt als KI – das ist allerdings auch so.
00:15:28: Das ist natürlich auch auf der Uni ein Riesenthema.
00:15:31: Wie passt ihr euren Lehrgang?
00:15:35: Laufend an oder wie reagiert ihr speziell jetzt auf die Entwicklungen?
00:15:41: Also in dem LLM reagieren wir sehr, sehr zeitnah und das passiert indem wir, die wir da koordinieren und steuern.
00:15:49: Das ist auf der einen Seite vor allem der Markus Holzweber und auf der anderen Seite bin das ich Und halt ein Netzwerk von zwischen mehreren hundert Absolventinnen und Absolventen und mehreren Hundert, die da irgendwann mal gelehrt haben halt versuchen Veränderungen, die entstehen zu beobachten und dann sehr zeitnah auch in den Studiengang hineinzubringen.
00:16:12: Das ist sehr viel einfacher als im Grundstudium weil im GrundStudium verlangt sowas dann eine Studienplanreform und das ist auch schon rechtlich sehr viel anspruchsvoller als so kleine Veränderung in einem LLM.
00:16:27: Jetzt wenn ich das Thema K.I.
00:16:30: im Podcast ansprechen, weiß nicht so.
00:16:31: was bei dir ist wahrscheinlich ein bisschen anders.
00:16:33: aber dann merk ich am Anfang war das so es hat alle total brennend interessiert und das war eigentlich eher so eine Schlagzeile sagen wir mal so wo jeder geklickt hat.
00:16:43: mittlerweile merke ich es bei unserem podcast dass das zu einer gewissen KI-Müdigkeit einsetzt.
00:16:51: also irgendwie hören die Leute dann weniger zu oder brechen ab.
00:16:54: also an der stelle bitte trotzdem dran bleiben.
00:16:58: Setzt bei dir auch schon so eine gewisse KI-Müdigkeit hin und wieder ein oder sagst du trotzdem immer, nein das ist super interessant.
00:17:04: Dann getut sich so viel und ich gehe da mit.
00:17:07: oder bist du auch selbst ein bisschen
00:17:09: erschöpft?
00:17:10: Was ist eigentlich der größte Hebel um eine Kanzlei viel lukrativer zu machen?
00:17:15: Diese Frage wird mir sehr häufig gestellt und die meisten erwarten sich einer Antwort wie mehr Mandanten oder gute KI-Tools.
00:17:23: Meine Antwort klingt zwar fart, ist aber aus langjähriger Erfahrung und zahlreichen Kanzlei-Projekten die Richtige nämlich verstehen aufräumen und optimieren.
00:17:32: Denn die meisten Kanzleien haben eigentlich viel mehr Potenzial als sie glauben.
00:17:36: Sie schöpfen es einfach nur nicht aus und wissen nicht wo man anfangen soll.
00:17:39: Das beginnt bei einem wirklich aussagekräftigen Controlling geht über klare und teilweise automatisierte Prozesse bis hin zu einer Klarnunternehmensstrategie einem Marketing, das wirklich funktioniert.
00:17:52: Genau mit diesem ganzheitlichen Ansatz optimieren wir Kanzleien!
00:17:56: Wenn du wissen möchtest welche die größten Hebel für deine Kanzlei sind dann solltest Du jetzt unsere Potenzialanalyse machen.
00:18:02: mehr Infos dazu findest Du in den Show-Notes und auf unserer Website legalconcept.at.
00:18:07: Ich kann muss ich doppelt antworten.
00:18:09: also erstens glaube ich dass diese Müdigkeit ein Teil des Hypes ist indem man sich befindet.
00:18:13: es ist einfach typisch für einen Hype Cycle.
00:18:15: da geht's halt sehr lange sehr schnell bergauf relativ steil bergab, aber es bleibt am Ende was übrig.
00:18:23: Das ist glaube ich die Aussage eins.
00:18:26: Die Aussage zwei ist natürlich haben Leute, insbesondere Leute, die davor von vorher noch nie gehört haben und das erste Mal dann irgendwie ein Church of Epidias eingegeben haben und dann gemerkt haben, wow!
00:18:40: Das Ding tut so als könnte es antworten.
00:18:44: das wahnsinnig faszinierend gefunden und erleben jetzt nach mehreren Monaten oder Jahren der Beschäftigung, dass diese Antworten halt manchmal nur so ausschauen wie antworten.
00:18:51: Und mitunter deutlich schlechter sind als man auf den ersten Blick glaubt und da setzt eine gewisse Ernüchterung ein.
00:19:01: Die ist mir auch nicht fremd.
00:19:02: allerdings ist sie mir nicht ganz neu mache eben seit vierzig Jahren Rechtsinformatik und seit vierzig Jahren gibt es diese Versprechen, dass Technologien juristische Arbeit ganz schnell, ganz viel leichter machen würden.
00:19:14: und das stimmt irgendwie schon auch.
00:19:16: aber es dauert halt vierzig Jahre nicht vier Monate.
00:19:19: Und es geht nicht mit dem nächsten Tool dann alles was an Schmerzen da ist weg.
00:19:25: Diese Form von Müdigkeit erlebe ich natürlich auch und dann erlebe noch eine Müdighat nämlich dass jede Diskussion momentan die Man über Digitalisierung führt letztlich bei einer KI-Diskussion umendet.
00:19:36: und die Digitalisierung ist eben viel mehr als in der KI.
00:19:39: Und noch erst recht noch viel mehr aus Chechipiti.
00:19:42: Perfekter Überleitung, weil meine nächste Frage wird es gewesen... Wie unterscheidet sich eigentlich KI von Legal Tech?
00:19:49: Weil genauso wie du gerade gesagt hast oder so viele also ich merke das auch in unserer Beratung.
00:19:56: Legal Tech ist gleich KI und eigentlich prät sich die ganze Zeit alles nur um KI auch wenn man sagt Prozessoptimierung in einem Unternehmen und so KI.
00:20:04: Und das ist es ja eigentlich nicht, also...
00:20:06: Ja, also Legal Tech ist auch ein Begriff der wie wahrscheinlich KI auch nicht so richtig streng scharf ist.
00:20:14: Was man vielleicht darunter verstehen kann, ist halt der Technologieeinsatz für juristische Kontext oder für juristenische Zwecke.
00:20:22: Und dieses Thema, dass man früher eben Rechtsinformatik genannt hat, ist eben vierzigfünfzig Jahre alt und KI meint dann meistens eben den Einsatz von Sprachmodellen für juristische Zwecke.
00:20:35: Und es ist wirklich eine Tiny, tiny, tiny Variante vom Gesamthema.
00:20:40: Das Gesamtthema beginnt bei der großen Rechtsdatenbanken und endet letztlich bei Anwaltssoftware.
00:20:47: Und wenn man das noch ein bisschen größer macht was man ruhig machen kann glaube ich, dann hören auch die Kabel dazu die in den Wänden verschwinden und sicherstellen dass da auch ein Internet wieder rauskommt und nicht nur irgendwo auf den Weg verschwindet.
00:20:59: Aber dann erzähle uns doch etwas über den großen anderen Bereich, abseits von der KI – was tut sich im Digitalisierungsbereich?
00:21:08: Was ist da wirklich
00:21:10: wichtig?
00:21:11: Also ich glaube also die großen Trends, die in der Welt so herrschen, die gelten natürlich auch hier.
00:21:16: Zum Beispiel dass unsere Datenverarbeitungen immer mobiler werden, dass sie immer omnipräsenter werden dass die Unterscheidung zwischen einem Offline und einem Online-Leben immer arbiträrer wird oder immer kleiner wird.
00:21:32: Und das hat Auswirkungen auf unsere aller Rechtspositionen, Stichwort Datenschutzdatensicherheit, hat Auswirkungen auf unseren Alltag, Stichtwort Social Media Verbot
00:21:43: usw.,
00:21:44: und hat natürlich auch Auswirkung auf unsere juristische Arbeit wie man zum Beispiel auch an diesem Podcast hier erleben kann.
00:21:50: nicht so.
00:21:50: was wäre wahrscheinlich vor zehn Jahren so nicht möglich gewesen und vor zwanzig Jahren gar nicht denkbar gewesen.
00:21:58: Und vor dreißig Jahren hätte kein Verlag dieser Welt gedacht, dass sich irgendjemand einmal in einem Büro im ersten Bezirk setzen kann und mit irgend jemandem anderen im Ersten Bezirk auf mehr oder weniger demselben Niveau wie das Verlage halt zu tun oder Fernsehanstalten Inhalt zu produzieren und damit einen Wettbewerb zu entfachen von dem man eben vor dreizig Jahren niemals gedacht hätte.
00:22:23: Obwohl es schon sichtbar war, wer damals dabei war kann sich vielleicht erinnern, obwohl es schon Sichtbar War dass dieses große Versprechen des Internet ernst gemeint ist nämlich dieses große versprechen Ich bin ein dummes Netzwerk und das geht eigentlich nur mit die Intelligenz an den beiden Enden Und im übrigen erlaub ich alles was zwischen diesen beiden Entner Kommunikation stattfindet.
00:22:44: Dieses große Versprächen war also schon sichtlich.
00:22:46: aber dass es sich so auswirken würde glaube ich hat vor dreißig Jahren eben kein juristischer Fachverlag erwartet, auch keine Fernsehanstalt so erwartet.
00:22:54: Und die Verwerfungen sehen wir und ob sie dann auch in weiterer Folge die juristischen Berufsbilder erreichen werden und wie sich das dann auswirken wird.
00:23:04: weil eben genauso wie wir uns jetzt hier unterhalten können könnten sich ja auch zwei Nicht-Juristinnen über Recht zu unterhalten beginnen und irgendwann könnte das auch für irgendwas relevant werden.
00:23:14: Das wären wir sehen aber darüber muss man eben nachdenken.
00:23:18: Und das hat dann gar nicht so sehr mit Karri zu tun, sondern eben mit Digitalisierung insgesamt und mit den Veränderungen in einer Gesellschaft aufgrund von Digitalisieren.
00:23:27: Das Thema Anwaltsoftware angesprochen?
00:23:30: Wie gut bist du mit dem Software?
00:23:33: Nicht besonders!
00:23:34: Also ich meine, ich kenne natürlich die großen Namen hier aber ich bin... Das ist übrigens eine interessante Frage da, die mich immer wieder beschäftigt Und da muss ich ja kurz historisch ausholen, nämlich als in den neunziger Jahren das mit dem Internet so richtig zu flutschen begann.
00:23:55: Gabs in Österreich einen großen Datenbankanbieter die ADB, die damals wirklich glaube ich europaweit in der einzigartigen Rolle war, dass mehr oder weniger der gesamte Inhalt, der in Österreich produziert wurde, in dieser Datenbank verfügbar war.
00:24:08: Die werden also ein richtiges Monopol, ein fettes Monopol... Und obwohl das so war, also obwohl die eine wirklich sehr komode Marktstellung hatten.
00:24:16: Haben sie dann Klammer auf nach vielen Gesprächen auch mit zum Beispiel der Uni Wien zu angefangen ihre Inhalte unentgeltlich für Studierende zur Verfügung zu stellen und zwar die gesamten Datenbank Mit dem Anspruch oder mit den Gedanken dahinter wir müssen unsere Kunden in einen Kunden von morgen erziehen.
00:24:39: Also wir müssen die Leute damit vertraut machen im Studium.
00:24:44: Und sie haben nicht nur einfach den Datenpunkt zur Verfügung gestellt, sondern sie haben auch gesagt es muss sein dass die Studierenden und also auch die Lehrenden das lernen.
00:24:52: Sie haben sich darum gekümmert was der Kompetenz aufgebaut hat.
00:24:56: Wenn ich das Vergleiche mit heute zum Beispiel mit Anwaltssoftware dann findet ein solches Bemühm Nicht-Start Punkt.
00:25:03: Ich bin jetzt seit vierzig Jahren im Geschäft und seit fast zehn Jahren wieder zurück in Österreich wahnsinnig schwer aufzufinden, wenn man nach mir googelt.
00:25:14: Und das hat mich in diesen zehn Jahren kein Anbieter irgendeiner Anwalt-Software kontaktiert, obwohl ich verantwortlich bin für diesen Teil der Ausbildung an am Juridikum und es ist eine gewisse Bequemlichkeit die ich mit befremden beobachte.
00:25:28: aber sie führt dazu dass an den Universitäten so weit ich das überblicken kann jetzt sowas wie Anwaltssoftware nicht nur nicht gelehrt wird weil das gehört dort auch nicht hin an einer Uni.
00:25:39: Aber wir wollen keine Anwender in einem Programm ausbilden, dass dann wenn die im Markt sind sowieso schon längst wieder obsolet ist.
00:25:50: Also nicht nur das wird nicht gelehrt sondern es ist weitgehend kaum oder gar nicht bekannt und erst recht dann also auch nicht eben sozusagen im Fokus.
00:26:00: aber das macht vielleicht doch gar nicht so viel denn dieser Anwaltssoftwaremarkt ist auch einer von dem ich vor dreißig Jahren gedacht hätte.
00:26:07: Er würde sich schneller verändern als er sich verändert, aber er wird sich verändern.
00:26:11: Ja... Aber der verändert sicher aktuell kaum oder hat sich bis dato nicht wirklich entwickelt?
00:26:17: Weil es gibt halt die Platzier schon und es gibt Konkurrenz in dem Entsprechenden.
00:26:22: Genau!
00:26:22: Aber die Platziersche schauen so aus wie sie zweitausend Ausschieden ausgesehen haben und kein zwanzigeriger und keine Zwanzigerige hat heute auf Dauer lustig mit Software herum zu tun, die so ausschaut wie vor zwanzig oder dreißiger oder vierzig Jahren.
00:26:35: Und ich glaube, es ist eine Frage... Also was in diesem Markt passieren wird?
00:26:38: Ist interessant.
00:26:39: Wird mich total interessieren wie da so die Perspektive deiner Hörerinnen und Hörern ist aber eine Fortsetzung des Status Quo über die nächsten zehn Jahre würde mich erstaunen.
00:26:50: Ja also tatsächlich schreiben wir ganz oft gerade die Jüngeren, Tu-Herrinnen und Tu-Hörer, dass sie sich am liebsten schon zusammen tun würden.
00:27:00: Also wirklich versuchen Sie sogar über mich zu connecten um eben selbst eine Alternative bauen zu können, weil sie sich eben auch so aufregen über dieses Interface und über die Funktionen usw.
00:27:14: Wir sind tatsächlich auch mit beiden großen Anbietern immer wieder ein wenig im Aussage aber ja irgendwie sind wir da aber meiner Meinung nach auch zu wenig.
00:27:23: Jetzt hast du es eh schon angesprochen in der Uni würde jetzt keine Software irgendwie verwenden und die Leute konkret mit dieser Ausbildung.
00:27:33: Aber es wäre ja doch... wichtig.
00:27:38: Nehmen wir alles gebe eines sehr moderne Anwalt Software und das wäre, weiß ich nicht, ein Freifach oder so.
00:27:44: Könntest du dir das vorstellen?
00:27:46: Also ich bin ja Gott sei Dank nicht in der Lage da jetzt irgendwie darüber entscheiden zu müssen welche Studienangebote notwendig sind.
00:27:54: und ich habe aber eine relativ klare Meinung was die, was jetzt Anwender inneren Kenntnisse von Software betrifft nämlich die Meinung dass man das am besten nicht lernt an der Uni weil man es nämlich in dem Moment, indem man es lernt einen Stand lernt der in der Zeit, in der man dann im Markt ist sich so viel verändert haben wird.
00:28:15: Dass man sozusagen irgendwie aus der Steinzeit kommt.
00:28:19: Was man lernen muss sind die konzeptionellen Fragen und auch die rechtlichen Fragen Und vor allem die Bereitschaft, sich mit Software spielerisch auseinanderzusetzen und das dann wenn man es braucht auch wirklich zu erlernen.
00:28:35: Das ist glaube ich das was uns machen.
00:28:37: Ich finde es sollten... Es ist glaube ein ganz großer Fehler übrigens gilt das auch für die rechtliche Ausbildung nicht nur für die technische unter dem Stichwort der anführungszeichen Praxisrelevanz irgendwas zu unterrichten was dann wenn die Leute auf dem Markt sind zehn Jahre alt ist und wenn sie wieder aus dem Markt gehen, sechszeig Jahre alt.
00:28:57: Nicht denn dann ist das alles nur noch sozusagen verrottete Rechtsgeschichte?
00:29:04: Ja aber was sollten Studierende auf jeden Fall?
00:29:09: oder in welcher Form sollten Studieren der Technik an der Uni lernen also vielleicht auch trotzdem in der Praxis?
00:29:16: oder wie könnte man das...
00:29:18: Also ich glaube dass man Auf der einen Seite sicher Spezialistinnen und Spezialisten braucht.
00:29:24: Und die sollen so tief wie nur irgendwie möglich sich mit diesem Gebiet auseinandersetzen können, das versuchen wir über den Edel ein.
00:29:32: Ich glaube dass darüber hinaus jede Juristin und jeder Jurist auch in dreißig Jahren Digitalisierungskompetenz braucht.
00:29:42: Diese Digitalisierungskompetenz erreicht man am besten indem man Digitalisierungskompatenz vorlegt.
00:29:49: also man muss halt digital, digitale Inhalte vorleben können glaube ich.
00:29:59: Ich meine alles andere ist sehr schwierig.
00:30:00: nicht vor fünf Jahren haben alle laut gerufen wir brauchen mehr Programmiererinnen und Programmierers.
00:30:06: heute rufen alle Programmierern und Programmieren sind am stärksten betroffen von der KI und es sei zunehmend schwierig dort Jobs zu finden.
00:30:14: Es ist sehr, sehr schwer vorhersagbar wie sich dieser Markt verändern wird.
00:30:18: Auch wie sich der juristische Markt verhindern wird und deswegen ist glaube ich das allerwichtigste was man den Leuten mitgeben sollte Neugier, Neugir, Neurgier und Lärmbereitschaft die daraus entsteht.
00:30:29: Wo informiert man sich am besten über die neuesten Entwicklungen am Digitalisierungsmarkt?
00:30:36: Was sind da deine Quellen.
00:30:38: Also ich bin wahrscheinlich so wie viele andere, die hier zuhören ein News-Junkie halt und einen Social Media-Junkey und verbringen viele Stunden jeden Tag damit mich vorzubilden Und umgebe mich auch durchaus strategisch systematisch mit Leuten die KI kompetenter und intelligenter sind als ich in meinem Arbeitsumfeld und lerne sehr viel von denen.
00:31:04: Du schreibst auf deinem Link dem Profil, dass du dich auch sehr gerne mit Philosophie beschäftigst.
00:31:10: Und besonders KI die Digitalisierung ist es ja auch spannend mal aus der philosophischen Sicht zu betrachten.
00:31:17: was sind da deine Gedanken dazu?
00:31:19: Was macht die Digitalisierung mit der Menschheit und auch mit den Juristen und Juristinnen?
00:31:25: Also mit der Beitscheid bin ich nicht so sicher und vor allem werden wir heute nicht fertig wenn ich da anfange Mit den JuristInnen und Juristen.
00:31:33: da interessieren mich seit vielen Jahren auch schon so ganz einfache Fragen, wie eigentlich eine Entscheidung zustande kommt.
00:31:41: Also was führt eigentlich dazu?
00:31:43: Dass eine Richterin oder ein Richter am Ende sagt ich wende diese Norm auf diesen Fall an und meine Hypothese da seit vielen jahren auch ist dass das was man in der Methoden wäre lernt nicht immer eine adäquate Abbildung von dem was tatsächlich geschieht.
00:32:01: Digitalisierung oder die künstliche Intelligenz vielleicht noch sichtbarer als bisher.
00:32:05: Die alltägliche juristische Arbeit ähnelt heute noch weniger, als vor zweihundert Jahren der Methoden Leere von Friedrich Karlsruhe und Savignier Gott habe ihn seelig sondern ist eine Kombination aus Fallanwissen, Fallanwendung Technikanwendungen Erfahrung usw.
00:32:25: Und das rechts theoretisch und rechts philosophisch finde ich durchaus sehr interessante Frage, die dann auch allerdings sehr schnell sehr praktische Auswirkungen hat.
00:32:35: Weil wenn man darauf eine ungefährnde Antwort hat und sei es auch nur intuitiv, dann bewegt man sich in diesem Berufsfeld vielleicht erfolgreicher als jemand der darüber weniger nachgedacht hat.
00:32:46: Gibt es sonst noch irgendwelche philosophischen Betrachten?
00:32:49: jetzt gerade eben mit der Wegrationalisierung, wie es viele befürchten?
00:32:55: Der Juristen und Juristinnen oder gerade der Anwälte.
00:32:59: Also das ist ja gar nicht so sehr Philosophie, das ist eher Ökonomie glaube ich oder Soziologie.
00:33:04: aber ich kann auch dazu nur sagen dass fragen mich natürlich ständig Leute auch junge Kolleginnen und Kollegen.
00:33:10: Ich kann dazu eigentlich noch anektotisch antworten dass beide meiner Kinder Juß studieren oder studiert haben Und Sie hätten sowieso nicht auf Ihren Vater gehört, aber hätten sie mich gefragt und hätten sie mir gefragt ob Sie das studieren sollen hätte ich Ihnen nicht abgeraten davon.
00:33:25: Also ich glaube schon dass zumindest in der Zeit die ich überblicken kann es weiterhin Juristinnen und Juristen geben wird und werden nicht alle wegrationalisiert werden oder auch nicht die Jungen alle wegg rationalisiert werden und auch nicht dass uns die Arbeit ausgehen wird.
00:33:38: all das glaube ich nicht.
00:33:39: was ich glaube ist dass der arbeit so wie bei all diesen technologisch Sprungen vorher verdichteter werden wird und anspruchsvoller werden wird.
00:33:48: Also es wird schwieriger einfach nur so ein bisschen studiert zu haben, dass das wird anspruchten.
00:33:52: Das heißt eher in die Spezialisierung oder?
00:33:55: Nein ich glaube auch nicht, also
00:33:57: nicht
00:33:57: notwendigerweise Spezialisierungen wobei das natürlich auch eine Strategie sein kann.
00:34:01: ja wenn man einfach dies oder der in einem Gebiet einfach mehr weiß als alle anderen dann kann da sein.
00:34:08: solange dieses Wissen nicht durch KI substituiert wird kann das eine gute Strategie.
00:34:13: Nein, ich glaube eher trotzdem so etwas wie ... Wie soll ich das sagen?
00:34:26: Ein gut ausgebildetes Judiz.
00:34:28: Also was muss recht sein an dieser Stelle?
00:34:33: eine Bereitschaft mit anderen Fächern wirklich zu kommunizieren und nicht nur zu sagen Ich bin ja ne Juristin Das geht mich alles nichts an.
00:34:45: Ein höheres Maß an soziale Intelligenz, also eingehen auf Mandantinnen verstehen wie Märkte funktionieren und so weiter.
00:34:54: Und dann auch einfach bessere Performance im Studium als die Piers.
00:34:59: Das in Kombination glaube ich wird gemeinsam mit dem Boomer in Pension gehen das jetzt gerade ja auch stattfindet dazu führen dass ich nicht glaube dass diese Generation arbeitslos wird die wir gerade ausbilden.
00:35:13: Ja, das sind ja gute Ausgaben.
00:35:17: Gibt es spezielle Tools oder irgendwelche Programme wie auch immer die du aktuell wirklich toll findest und sagst weil ich bekomme die Frage immer was ist denn gerade so ein Hot?
00:35:34: Also ich bekomm' die Frage auch immer und ich antworte darauf eigentlich so wie wahrscheinlich alle anderen auch.
00:35:39: Ich nutze halt viele große Sprachmodelle und da gibt's Moden.
00:35:42: Ich bin relativ angetan von Perplexity, mehr als von vielen anderen Dingen.
00:35:48: Aber ich habe jetzt kein irgendwie akademisches Spezialwissen das mich da qualifiziert macht aus jedem anderen.
00:35:55: So wie übrigens kaum jemand sonst.
00:35:58: selbst wenn man einen KI-Forscher fragt kennt sich der natürlich auch nur in seinem Forschungsgebiet aus um nicht den Phänomen insgesamt.
00:36:04: aber ich denke Man sollte zwei Stunden am Tag nichts anderes tun als einfach neugierig im Netz surfen und schauen, was tut sich so gerade?
00:36:14: Und dann versuchen das anzuwenden.
00:36:15: Das ist das ungefähr, was ich versuche.
00:36:19: Wir haben vor allem gesagt, du hast schon über sechshundert Folgen von deinem Podcast aufgenommen.
00:36:23: Gibt es irgendein Thema ... bisher gern besprochen hättest und das hatte ich noch nie einen Gesprächspartner oder eine Partnerin gefunden.
00:36:32: Oder irgendetwas, was du vielleicht noch nie gefragt hast in dem Podcast.
00:36:36: Auf der Zunge brennt es wurde noch nicht bearbeitet.
00:36:42: Es gibt so große Themen die ich halt immer mit verschiedenen Anläufen also unterschiedlichen Perspektiven zu beantworten versuche zum Beispiel dieses Prüfungs- und Ausbildungsthemen über das wir schon geredet haben Aber dass ich so eine ganz große Frage hätte, von der ich schon immer träume und ich finde niemanden da bisher nicht leider.
00:37:00: Oder irgendetwas was sich speziell an diese Branche jetzt richtet?
00:37:05: Da haben wir jetzt wirklich eine... ...eine ganz eingeschränkte Zielgruppe.
00:37:11: Kann man jetzt mal nutzen!
00:37:13: Gut
00:37:13: also... Was muss gesagt
00:37:14: werden?!
00:37:15: Ich weiß nicht wie groß
00:37:16: die Frage ist und natürlich ist dieser Zielgruppes so eng, dass sie enger ist als die, die ich versuche zu bespielen.
00:37:22: aber wie in Österreich der Stand der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwalte auf die Digitalisierung nicht reagiert hat, stichwort Cloud.
00:37:30: Und wie lange es gedauert hat bis man jetzt irgendwie mehr oder weniger eine Cloud-Lösung angeblich standesrechtlich unproblematisch oder auch nicht einsetzen kann das ist aus einer Außenperspektive eine interessante Erfahrung und da würde mich schon mal interessieren ob das jetzt mit zwanzig Jahren Abstand denn so lange führen wir diese Diskussion ja schon mindestens, ob das noch immer als der richtige Weg wahrgenommen wird.
00:37:56: Und so eine ähnliche Beobachtung mache ich übrigens auch mit der Frage KI-Einsatz ja.
00:38:02: Auch da ist es so dass mir manche Berufsstände in Europa zumindest nicht als wahnsinnig sagen wir mal jetzt leichtsinnig proaktiv in die Zukunft voranschreitend oder voranlaufend erscheinen, sondern eher vorsichtiger.
00:38:23: Wofür ja auch viel spricht?
00:38:24: Aber auch da würde mich eine Einschätzung natürlich interessieren.
00:38:27: Das könnte ich einmal wirklich machen, dass ich mit einem Stand des Vertreterinnen... Ja,
00:38:31: das sind wir schon dran!
00:38:32: Da sind wir auch schon daran, dass wir jemanden herbekommen.
00:38:35: und dann nehme ich die Frage auf jeden Fall mit.
00:38:38: Was ist dein Blick von außen auf die Rechtsanwaltsbranche?
00:38:45: Seine Branche wie jede andere ist eine Branche, in der sehr viele Strategien gibt.
00:38:51: Wie man sich da erfolgreich positionieren kann?
00:38:54: Es ist eine branche die im Österreich glaube ich zumindest derzeit an der Anfangssagen Spitze also in den internationalen Wirtschaftskanzleien unter erheblichen Nachwuchsschwierigkeiten leidet, die auch zum Teil zumindest selbst verschuldet sind.
00:39:12: stichwort Gender Equality, Stichwort Vereinbarkeit mit von Familie, Privatleben und Beruf.
00:39:19: Stichwort Arbeitskultur usw.. Es ist eine Branche die auch durch die Digitalisierung herausgefordert ist Und auch durch einen Wettbewerb mit anderen Berufen heraus gefordert is So wie wir Juristinnen und Juristen ja insgesamt in den letzten fünfzig Jahren sehr viel an Marktkapital verloren haben.
00:39:45: Nicht früher waren wir sozusagen die Erklärerinnen für alles und waren überall, und inzwischen gibt es viel mehr Felder, in denen dann Betriebswirtinnen oder Soziologinnen oder auch Philosophenen oder InformatikerInnen uns terrainstreitig gemacht haben, den wir erfolgreich streitig macht haben wesentlich auch wegen dieser unglücklichen mono-disziplinären Fokussierung, die bei Juristinnen so häufig auftritt.
00:40:13: Ich kann das Recht und alles andere kommt danach.
00:40:17: Merkst du bei deinen Studierenden dass der Beruf Rechtsanwalt uninteressanter wird oder interessanter?
00:40:30: Das sind eher anekdotische Gefühle.
00:40:32: ich habe das nie systematisch erhoben.
00:40:36: Ich glaube, dass die Spitze unattaktiver geworden ist.
00:40:40: Also irgendwie in einer internationalen Wirtschaftskanzlei aus Konzipientin anzufangen war in meiner Generation ein sehr attraktives Karrieremodell und meine Generation war dann auch willens dafür, achtzig Stunden in der Woche zu arbeiten und alle die Nachteile, die damit hergehen inkaufzunehmen.
00:41:04: Die Generation, die jetzt am Wort ist, also jung ist, tut das nicht mehr so.
00:41:08: Und damit glaube ich, dass die Attraktivität dieses Feldes gesunken wird.
00:41:14: Der Beruf insgesamt ist nach wie vor aber ein sehr attraktiver Beruf auch für viele Junge, sich so vollorientiert haben darüber, was man sonst noch als Juristin oder Jurist machen kann.
00:41:32: Also es ist immer sehr stark auch ein voll Bergberuf.
00:41:35: wenn man nicht richterigen wird oder nicht in der Verwaltung arbeiten will dann bleibt oft nicht mehr viel.
00:41:43: und das ist aber glaube ich das möchte schon sagen ein sehr attraktiver Beruf.
00:41:50: also man kann sehr kreativ einen gesellschaftlich sehr sinnvollen sehr selbstbestimmten Tagesablauf damit erreichen.
00:42:02: Würdest du sagen, dass die Studenten jetzt fauler geworden sind?
00:42:08: Weil das ist gerade so ein Problem ... Die Kanzleien, die auf Talent-Suche sind, die sagen irgendwie so ja aber die wollen allen nicht mehr so viel geben.
00:42:16: wir mussten damals ja so viel Arbeit so wie du es selbst angesprochen hast und die sagen halt so overall oft höre ich das ja, die sind halt einfach fauler geworden.
00:42:26: Den Eindruck habe nicht.
00:42:28: Ich finde auch, dass das Wort faul an der Stelle falsch ist.
00:42:31: Also ich glaube, dass so damals wie heute Menschen in solchen Situationen im Grunde rationale für sie sinnvoll Entscheidungen treffen.
00:42:42: und wenn man heute zwanzig ist mit sehr großen Problemen rund um uns herum von Klimawandel bis zu den sozialen Verwerfungen der Digitalisierung dann immer die rationalste Strategie zu sagen, das ist mir jetzt alles egal und ich investiere die zwanziggesündesten und besten Jahre meines Lebens um wie eine verrückte oder werden verrückter zu arbeiten.
00:43:05: Das hat also glaube ich mit Faulheit gar nichts zu tun sondern mit einem Erkennen der Chancen unter Herausforderungen in denen die eigene Biografiestart findet.
00:43:17: Danke schön, das waren all meine Fragen.
00:43:20: Vielen herzlichen Dank!
00:43:22: Ich weiß nicht, möchtest du vielleicht noch irgendwas abschließen sagen oder?
00:43:25: Vielen dank es war ein sehr angenehmes Gespräch.
00:43:28: ich freue mich es dann an zu hören.
00:43:30: Vielen herzlichen Dank und hoffentlich bis bald wieder.
00:43:33: Danke.
00:43:35: Wie immer hoffe ich dass dir die heutige Folge gefallen hat.
00:43:39: wenn ja sei bitte so lieb und lasst eine fünf Sterne Bewertung da.
00:43:44: Bitte lasst mich auch an deinen Gedanken teilhaben und teilen mir gern dein Feedback einfach auf Social Media mit, schreibt mir oder Legal Concepts einfach auf Instagram.
00:43:54: Oder auf LinkedIn – ich freue mich wirklich über jedes Feedback und vor allem über Vorschläge für weitere Themen die wir im Podcast näher beleuchten können!
00:44:03: Falls du mir und dem Podcast noch nicht folgst, mach das bitte gerne auch.
00:44:08: Und melde dich gerne für unseren Lab-Renner Community Newsletter an damit du keine Events oder spannende Neuigkeiten mehr verpasst!
00:44:17: Alle Infos findest du wie immer in den Shownotes und in diesem Sinne wünsche ich dir jetzt noch einen schönen Tag oder eine schöne Nacht – je nachdem wann du dem Podcast hörst.
00:44:27: Alles lieber und bis zum nächsten Mal deine Sarah.
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